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Immer wieder hört man, in Zeiten von DSL sei die Frage passé, wie lange eine Seite zum Laden braucht: „Heute hat doch jeder DSL“. Aber kaum jemand kennt die Zahlen: erst rund 36% der Internet-Nutzer in Deutschland verfügen über einen Breitband-Anschluß (Stand: 07/2006, Quelle: Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung). 50,5% dagegen, also die absolute Mehrheit, verfügt lediglich über ISDN oder sogar nur über einen Modem-Anschluß. Und für viele Nutzer wird es auf absehbare Zeit kein DSL geben, weil entweder die Strukturen nicht vorhanden sind (dünn besiedelte Landstriche) oder zu modern (Glasfaserleitungen im Osten) sind.
Wollen Sie auf über 50% der Internet-Nutzer als potentielle Kunden verzichten?
Die meisten haben sowieso den Internet Explorer? Mag sein. Aber: welche Version? Mit welchem Windows? Wußten Sie, daß der Internet Explorer (IE) Version 5 auf Windows 2000 sich ganz anders verhält (man kann ruhig auch sagen: andere Macken hat), als der IE 6 unter Windows XP? Außerdem stimmen die Angaben über die Verbreitung der Browser nicht. Viele Browser, z.B. Opera, „tarnen“ sich gegenüber dem Webserver als Internet Explorer. Warum? Weil es so viele schlechte Websites gibt, die nur den IE und vielleicht noch Mozilla gelten lassen und mit einer sogenannten „Browsererkennung“ nur die „richtigen“ Browser mit Inhalt beliefern.
Und noch ein Haken: der Marktanteil des Internet Explorers nimmt ständig ab, nicht zuletzt wegen der Unzahl von Sicherheitsmängeln. Zur Zeit ist Firefox auf dem Vormarsch, ein wirklich guter Browser, den es für alle Betriebssysteme gibt und den wir übrigens empfehlen.
Können Sie garantieren, daß Ihre Online-Zielgruppe genau denselben Browser mit demselben Betriebssystem verwendet, wie Sie?
Wozu denn Standards einhalten? Hauptsache, die Seite wird richtig angezeigt. Das meinen viele Hobby-Webdesigner, und leider auch viele Auftraggeber. Beide wohl deshalb, weil sie die Konsequenzen nicht kennen. Zunächst mal ist eine standard-konforme Programmierung letztlich billiger, weil sie den Pflegeaufwand enorm reduziert. Sie ist außerdem Voraussetzung für die Umsetzung der vorherigen Anforderung: „für alle Browser“. Nachdem Webentwickler jahrelang den sogenannten Browserkrieg unterstützt haben, indem sie jedes neue „Feature“ eines Browserherstellers sofort und jubelnd in die Websites ihrer Kunden einbauten, setzt sich nun langsam die Einsicht durch, daß nur mit der Einhaltung der internationalen Standards wirklich ein Blumentopf zu gewinnen ist.
Standardkonforme Webseiten sind ferner stabiler, also weniger fehleranfällig. Das gilt insbesondere bei dynamischen Sites, wie Webdatenbanken, Online-Shops usw. Und nicht zuletzt werden standard-konform erstellte Websites von Suchmaschinen besser indexiert und damit letztlich höher bewertet.
Sind Ihnen Folgekosten, Suchmaschinen-Position und Stabilität Ihrer Website egal?