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Jede Internet-Agentur, die meisten teuren Kommunikations-, Werbe- oder Designagenturen und auch sonst fast jeder, der mit der Produktion von Websites zu tun hat, schreibt sich – mehr oder weniger dick unterstrichen – „Webdesign“ in das eigene Leistungsspektrum, während sich nur wenige Internet-Unternehmen z.B. mit der Programmierung von Datenbank-Anwendungen beschäftigen.
Ist Webdesign wichtiger als z.B. Datenbank-Programmierung?
Verstärkt wird dieser Eindruck auch durch den Sprachgebrauch: wenn es um die Produktion einer Website geht, ist fast immer vom Webdesigner die Rede, der die Website gestaltet und/oder programmiert. Mit dem Design scheint also alles erledigt zu sein, was eine gute Website braucht.
Dabei ist erwiesen, daß Internet-Nutzer auf das (bewußt wahrnehmbare) Design nur wenig Wert legen und höchstens im Ausnahmefall eine Website wegen des Designs besuchen. Sie wollen auf der Site die Informationen oder Anwendungen schnell und unkompliziert finden bzw. ausführen, die sie suchen.
Der Grafiker Andreas Kaps drückt es so aus: „Gutes Design ist unsichtbar“. Lesen Sie hier mehr über gutes Webdesign.
Wenn aber auf einer Website Links nicht funktionieren oder die Navigation unbenutzbar ist, weil sie aktiviertes JavaScript oder gar Java voraussetzt, ist das für die Benutzer von großer Bedeutung. Diese technischen Aspekte sind jedoch von Grafikern und Designern meist nicht zu leisten, weil es eben nicht ihr Fachgebiet ist. Anstatt sich nun zu spezialisieren, ignorieren viele Webdesigner einfach die technischen Qualitätsaspekte. Dabei wäre Spezialisierung auf Webdesign der Königsweg, denn wir behaupten:
Der Punkt ist, daß Webdesign enorm viel mit Wahrnehmung, mit subtilen Mechanismen der Kommunikation und nicht zuletzt mit den Besonderheiten des Mediums zu tun hat – nicht nur technischen (Bildschirmauflösung, Bewegung des Mauszeigers), sondern auch strukturellen Besonderheiten (Verfügbarkeit, Konsumentenkreis). Dies ist viel wichtiger, als „Schönheit“ oder (vermeintliche) Innovation.
Moderne Webseiten, die mehr bieten, als ein paar bunte Katalogbilder und etwas Marketing-Text, greifen auf teilweise komplexe Software zurück. Sei es der Online-Shop, das Content Management System, ein Online-Spiel oder die Erfassung und Analyse, welche Seiten aus dem Angebot in welcher Reihenfolge oder besonders häufig besucht werden. Hinzu kommt das große Thema der Suchmaschinen-Optimierung (Search Engine Optimizing - SEO), welches nicht mit ein paar Metatags erledigt ist, sondern den kompletten HTML-Aufbau der Seiten und u.U. auch die Gestaltung einer Website beeinflusst.
Die für den „Hausgebrauch“ erhältliche Software, die angeblich „super-einfach mit wenigen Klicks zur eigenen Homepage“ führt, ist für den professionellen Einsatz indiskutabel. Mir ist keine Software bekannt, die fehlerfreies und standard-konformes HTML produziert, um nur einen Aspekt zu nennen.
Fazit: Eine gute und erfolgreiche Website kann nur durch die Zusammenarbeit von Spezialisten enstehen. Jedes Fachgebiet für sich ist dabei von solidem handwerklichem Können geprägt. Manchmal ist das Ergebnis dann ein Kunstwerk...